Pressemitteilung 2026

Jahresmitgliederversammlung des Schutzverein Deutscher Rheder V.a.G.
am 08. Oktober 2026 im Hotel Empire Riverside, Hamburg
 
Der auf der Mitgliederversammlung vom Vorstandsvorsitzenden Dr. Michael Silies (Wilhelmsen Ahrenkiel Ship Management GmbH & Co. KG) vorgelegte Jahresbericht weist für das Geschäftsjahr 2025 eine Steigerung der Beitragseinnahmen im Vergleich zum Vorjahr um ca. EUR 35.000 auf ca. 1,68 Mio. aus. Dennoch wurde ein Verlust in Höhe von netto EUR 319.329,91 erwirtschaftet (2024: netto EUR 72.510,79 Gewinn). Negativ beeinflusst wurde das Ergebnis in erster Linie von einem erhöhten Rückstellungsbedarf aufgrund neuer Berechnungsmethoden. Ohne diesen Effekt wäre im Jahr 2025 ein Profit erzielt worden – trotz einer Steigerung um insgesamt ca. EUR 150.000 für Aufwendungen für Versicherungsfälle und den Versicherungsbetrieb sowie im Bereich der sonstigen Aufwendungen. Erfreulich fiel erneut das Kapitalanlageergebnis (ca. EUR 200.000) aus, wenngleich der Vorjahreswert (ca. EUR 260.000) nicht ganz erreicht werden konnte. 
 
Auf Beschluss des Vorstands wurde der Verlust aus dem Geschäftsjahr 2025 der Verlustrücklage entnommen. Die Rücklage des Vereins beträgt danach ca. EUR 5,77 Millionen.
 
Im Berichtszeitraum (2025) konnten für die Mitglieder Ansprüche in Höhe von EUR 13,2 Millionen (Vorjahr: EUR 27,9 Millionen) durchgesetzt bzw. abgewehrt werden.
 
Nach dem Bericht des Geschäftsführers Michael Wester hat sich die Anzahl der Mitgliedsschiffe leicht reduziert. Zurzeit sind 848 Einheiten mit einer Gesamttonnage von ca. 16,1 Millionen BRZ beim Schutzverein versichert. 
 
Die Anzahl der Schadensfälle liegt aktuell mit 187 über der Vorjahreszahl (173). Momentan wird daher davon ausgegangen, dass sich die Fallzahl im Gesamtjahr im Vergleich zu 2025 leicht erhöhen wird. Der Grund für diese Entwicklung besteht darin, dass sich der Irankrieg und die faktische Sperrung der Straße von Hormus Ende Februar 2026 auf die Durchführung vieler Charterverträge ausgewirkt hat. Angesichts dieser Entwicklung kam es zu Streitigkeiten über die vertraglichen Verantwortlichkeiten für die sich daraus ergebenden Konsequenzen. Bei diesen Streitigkeiten ging es u.a. um Zeitverluste von im Persischen Golf eingeschlossenen Schiffen und die Frage, wie mit der an Bord dieser Schiffe befindlichen Ladung umzugehen ist. Bei Schiffen, die sich bei Kriegsausbruch außerhalb des Persischen Golfs befanden, entstand teilweise Streit darüber, welche Alternativhäfen als sicher anzusehen sind, um dort die Ladungen zu löschen. Wenngleich sich nicht alle Fälle zeitnah und ohne höhere Rechtskosten lösen ließen, gilt dies erfreulicherweise für die weit überwiegende Anzahl.
 
Anders als in den Vorjahren standen Anfragen in Zusammenhang mit Regularien zur Dekarbonisierung der Schifffahrt im aktuellen Geschäftsjahr weniger im Vordergrund. Die praktische Umsetzung und die Regelung der vertraglichen Verantwortlichkeiten scheinen größtenteils unproblematisch zu erfolgen. Zu verdanken ist dies den teilweise sehr intensiven Vorbereitungen der betroffenen Schifffahrtsunternehmen. 
 
Von großer Bedeutung sind demgegenüber Streitigkeiten rund um die Bunkerqualität. Es werden vermehrt Verunreinigungen festgestellt, die es notwendig machen, die Bunker von Bord zu pumpen. 
 
Außerdem beschäftigen den Schutzverein nach wie vor Sanktionsthemen. Dabei betreffen die aktuellen Entwicklungen nicht nur Russland, sondern auch andere Länder und Fahrtgebiete, wie z.B. Kuba.  
 
Für das laufende Geschäftsjahr wird mit einer weiteren Steigerung der Beitragseinnahmen sowie mit einem positiven Kapitalanlagenergebnis gerechnet. Andererseits werden höhere Zahlungen für Versicherungsfälle sowie anhaltend hohe Aufwendungen für Digitalisierungsmaßnahmen erwartet. Von einer weiteren Steigerung des Rückstellungsbedarfs wird momentan nicht ausgegangen. Dessen ungeachtet wird momentan insgesamt für das Geschäftsjahr 2026 ein Verlust prognostiziert.
 
Für das Jahr 2027 wird eine konstante Anzahl an versicherten Schiffen erwartet. 
 

Die Mitgliedsbeiträge des Schutzvereins werden im Jahr 2027 um ca. 3% steigen und danach zwischen EUR 650,00 und EUR 2.655,00 per anno und Schiff betragen.
 
In der Mitgliederversammlung wurde Herr Dr. Michael Silies als Vorstandsmitglied wiedergewählt.
 
Im Anschluss an die Mitgliederversammlung fand das traditionelle Jahresessen des Schutzvereins statt. Im Rahmen dieses Essens ging Mr. Martin Stopford, Executive Director MarEcon Ltd. sowie ehemaliges Mitglied des Managements und des Vorstands von Clarksons Research/Clarksons PLC, in seiner Rede auf die Entwicklung der Einnahmesituation in der Schifffahrt in den vergangenen 60 Jahren ein und stellte seine Sicht auf die zukünftige Entwicklung in der Containerschifffahrt dar.